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21. Deutscher Flößertag
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Sonntag, 20. Mai 2012  
Herzlich Willkommen bei der Flößerzunft Oberes Nagoldtal im Nordschwarzwald


Viele Menschen haben in ihrer Kindheit das Märchen von Wilhelm Hauff "Das kalte Herz" gehört und haben eine eigenartige Faszination gespürt, die mit der beschriebenen Natur, den knorrigen Menschen und natürlich besonders mit dem unheimlichen Holländermichel zu tun hatte.

Diese Faszination haben sich auch die Männer der Flößerzunft Oberes Nagoldtal bewahrt, die sich seit der Vereinsgründung 1987 mit dem Beruf der Flößer beschäftigen, der mehr als 350 Jahre das Leben im Schwarzwald geprägt hat und dann am Anfang des letzten Jahrhunderts durch den technologischen Wandel verschwand.

Ziel der Flößerzunft ist es das Leben und die Arbeit der Flößer zu erforschen, zu erlernen und zu dokumentieren. Sie sammelt alte Gerätschaften und lernen damit umzugehen. Sie pflegt das Baudenkmal >Monhardter Wasserstube< eine nach Originalplänen aufgebaute historische Staustufe sowie einen funktionsfähigen Wiedofen. Und sie baut Flöße und fährt damit.

Die Flößer sind bei vielen Festumzügen begehrte Teilnehmer. Mit ihren schmucken Trachten aus Leder, ihren riesigen Stiefeln und ihrem Floß auf Rädern sind sie im Sommerhalbjahr unterwegs, um das Leben und Arbeiten der Flößer darzustellen.

Für ihre Arbeit erhielten sie manche Belobigung, unter anderem den Kulturpreis der Stadt Altensteig und den Umweltpreis des Landes Baden-Württemberg. Auch bei viele Radio- und Fernsehsendungen wirkten die Nagoldflößer mit.

Ihr Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung der Geschichte der Flößer, die auf unterhaltsame Weise alle Altersgruppen begeistert. Die Flößerzunft bietet in Zusammenarbeit mit der Stadt Altensteig regelmäßige Flößerführungen für die „Sommerfrischler“ an, wie die Gäste um die Jahrhundertwende genannt wurden. Sogar ganze Wanderwochen „auf den Spuren der Flößer“ werden organisiert.

Die Flößerführungen können auch von einzelnen Gruppen, Klassen oder Vereinen gebucht werden und je nach Lust, Laune und Zeit, eineinhalb Stunden oder den ganzen Tag dauern.

Basis ist das funktionstüchtige, historische Denkmal „Monhardter Wasserstube“. Eine nach Originalplänen, von Forst- und Wasserwirtschaftsamt, 1987 fertig gestellten, ehemals größten und wichtigsten Einbindestellen im Oberen Nagoldtal.
Auf dem Areal der „Flößerstube“ errichtete später die Flößerzunft einen Wiedofen, der mit einem „Deutschen Flößertag“ eingeweiht wurde. In diesem Ofen auch Bähofen genannt, werden Tannenstämme gekocht, zu Wieden gedreht um dann als Seile zum Zusammenbinden der Flöße genutzt zu werden. Außerdem ist ein Teil eines „Holländers“ zu sehen, das „grüne Gold“ des Schwarzwaldes, das schon vor langer Zeit einen gewissen Wohlstand in die engen abgeschiedenen Täler gebracht hatte.

 
 
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